Ich bin krank, was tun?

Worum geht´s?
Krank zu sein ist schon ganz grundsätzlich unerfreulich, umso wichtiger ist das Wissen um die notwendigen rechtlichen Verpflichtungen zur Wahrung Ihrer Entgeltansprüche. Diese Regelungen sind in einer Vielzahl verschiedener Gesetze abgebildet, die wahrscheinlich wichtigsten davon sind das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) für Arbeiter und analog dazu das Angestelltengesetz (AngG)

Wer ist betroffen?
Alle Dienstnehmer entsprechend Ihrer rechtlichen Zuordnung, somit also alle Arbeiter und Angestellten.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Die gesetzlichen Bestimmungen für Krankenstand setzen voraus, dass der Dienstnehmer durch Krankheit oder Unglücksfall an der Erbringung seiner Dienstleistung verhindert und dadurch arbeitsunfähig ist! Der Ursache nach wird zwischen einem privaten (Krankheit/Freizeit-/Unfall) und einem beruflichen (Berufskrankheit/Arbeitsunfall) Bereich unterschieden. Bei Vorliegen dieser Verhinderungsursachen behält der Dienstnehmer für eine bestimmte Zeit Anspruch auf Fortzahlung seines Engelts. Dabei kommen verschiedene Begriffsbestimmungen zum Tragen, die unter anderem Auswirkungen auf die Dauer der Anspruchsberechtigung haben (Krankheit/Unfall/Arbeitsunfähigkeit etc.)

Wieviel ist das in Euro?
Angestellte erhalten das volle Entgelt gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit, und zwar in den ersten 5 Jahren 6 Wochen. ab 5 Jahren 8 Wochen, ab 15 Jahren 10 Wochen und ab 25 Jahren 12 Wochen. Danach erhalten Angestellte für jeweils weitere 4 Wochen das halbe Entgelt.
Arbeiter erhalten in den ersten 5 Jahren 6 Wochen volles Entgelt und weitere 4 Wochen halbes Entgelt. Dazu kommen für eventuelle Arbeitsunfälle maximal 8 Wochen bzw. ab 15 Jahren Betriebszugehörigkeit 10 Wochen pro Anlassfall.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Der zweifellos wichtigste Schritt ist die Krankmeldung! Sie hat unverzüglich und am selben Tag vor Arbeitsbeginn zu erfolgen, was gegebenenfalls auch durch einen (verlässlichen) Dritten möglich ist. Für die Dauer einer eventuellen Versäumnis geht der Anspruch auf Entgeltfortzahlung verloren! Eine entsprechende Krankenstandsbestätigung darf der Arbeitgeber ab dem ersten Tag des Fernbleibens von der Arbeit einfordern.
Besonders zu achten ist auf das Verhalten während des Krankenstandes! Grundsätzlich besteht kein „Hausarrest“, selbst ein Verstoß gegen allenfalls vom Hausarzt verordnete Ausgehzeiten ist kein zwingender Entlassungsgrund, wohl aber seine missbräuchliche Inanspruchnahme! Entscheidend dabei ist, ob Ihr Verhalten dazu beiträgt die Genesung zu verzögern.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Vielen Dank für die Blumen! – Ja leider, gibt es nach wie vor einen enormen Unterschied zwischen Arbeiter und Angestellten. Dies zeigt sich nicht nur beim Thema Krankenstand, sonder auch bei den Kündigungsmodalitäten.
      Liebe Grüße, Ihre Birgit Bracek-Dollensky

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