Lohsteuerliche Behandlung von Sachbezügen

Worum geht´s?
Sachbezüge sind Vorteile aus einem Dienstverhältnis, die nicht in Geld bestehen. Sachbezüge sind als Teile des Arbeitsentgeltes über das Lohnkonto abzurechnen und zu diesem Zweck entweder mit dem amtlichen Sachbezugswert (vom Bundesministerium für Finanzen bundeseinheitlich festgelegt) oder, wenn dieser nicht festgesetzt wurde, mit dem ortsüblichen Mittelpreis des Verbraucherortes zu bewerten.
Diese Sachbezugsbewertung gilt sowohl für die Lohnsteuerermittlung als auch für die Sozialversicherungsbeitragsermittlung.
Mögliche Sachbezugsarten sind dabei (auszugsweise):

  • Privatnutzung des arbeitgebereigenen KFZ
  • Mobiltelefone
  • PC – Überlassungen
  • Personalrabatte
  • Mitarbeiterbeteiligungen
  • Dienstwohnung

Im Folgenden beleuchten wir die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen des wahrscheinlich bekanntesten Sachbezugs – der Privatnutzung des firmeneigenen KFZ.

Wer ist betroffen?
Dienstnehmer, denen ein firmeneigenes KFZ auch zur (eingeschränkten-/uneingeschränkten) Privatnutzung überlassen wird. Besonders spannend sind in diesem Kontext Modelle, in denen dem Dienstnehmer die Nutzung des firmeneigene KFZ nur für die direkte Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort gestattet wird. Für den Gesetzgeber sind damit nämlich bereits die grundlegenden Voraussetzungen für einen Sachbezug gegeben, und der Teufel steckt auch hier wieder im Detail.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Wird Ihnen von Ihrem Arbeitgeber ein Auto zur Verfügung gestellt, das Sie auch privat nutzen dürfen, werden Ihnen 1,5% der Brutto-Anschaffungskosten (Neupreis) als Sachbezug zugerechnet. Liegt diese Privatnutzung nachweislich unter 500km monatlich, dann senkt sich dieser Sachbezug auf 0,75% der Anschaffungskosten. Wer dann noch weniger fährt und bereit ist ein lückenloses und exaktes Fahrtenbuch zu führen, dem werden pro gefahrenen Kilometer EUR 0,50 als Sachbezug angesetzt. In jedem Fall muss dieser errechnete Betrag dann allerdings weniger als die Häflte des halben Sachbezugs ausmachen, das wiederum bedeutet max. EUR 180,– und somit also exakt max. 360km!

Wieviel ist das in Euro?
Mit dem 1. März 2014 wurde die Höchstgrenze für den PKW Sachbezug von EUR 600,– monatlich auf EUR 720,– erhöht (das entspricht einem max. Anschaffungspreis von EUR 48.000,–) Liegt die Privatnutzung nachweislich unter 500km monatlich (6000km jährlich) beträgt die Höchstgrenze des halben Sachbezugs EUR 360,–
Geändert wurden allerdings nur die Höchstbeträge, der Sachbezugswert von 1,5% der tatsächlichen Anschaffungskosten bleibt gleich!

Auswirkungen
Hat ein Arbeitnehmer also ein Firmenauto, wird sowohl die Beitragsgrundlage zur Sozialversicherung als auch die Bemessungsgrundlage der Lohnsteuer um einen Sachbezug erhöht. Operativ passieren Sachbezugsbstimmung und Berücksichtigung als gehaltswirksame Größe immer in der Lohnverrechnung.

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