Betriebsausgabenpauschalierung

Worum geht´s?
In der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung muss nicht zwingend jeder Beleg penibel gesammelt und aufgezeichnet werden – Ausgaben können alternativ auch in einer Summe als prozentueller Anteil vom Umsatz ermittelt werden. Dies kann unter Umständen eine deutliche Vereinfachung, muss aber nicht zwangsläufig die günstigere Lösung sein!

Wer ist betroffen?
Jeder der steuerlich selbständige oder gewerbliche Einkünfte erzielt – somit also Freiberufler und Gewerbetreibende. Aber Vorsicht, immer nur im Rahmen der EAR, für Bilanzierende Unternehmer gilt das leider nicht! Auch Land- und Forstwirte sind von dieser Regelung ausgenommen, haben aber über andere Mechanismen viel günstigere Pauschalierungen.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Pauschalierbar sind bestimmte Betriebsausgaben im Rahmen der EAR, solange der Vorjahresumsatz EUR 220.000 nicht übersteigt. Wir haben in diesem Bereich zwei verschiedene Pauschalen, und zwar 6 oder 12 Prozent des Umsatzes.

Dabei sind 6% des Umsatzes möglich für kaufmännische und technische Berater, wesentlich beteiligte Gesellschafter/Geschäftsführer oder Aufsichtsräte sowie Schriftsteller, Vortragende, Wissenschafter, Lehrer oder Erzieher.

Eine Pauschalierung mit 12% des Umsatzes gilt demnach sinngemäß für alle Anderen.

Zum Umsatz gehören alle Einnahmen aus Lieferungen und Leistungen (Inland und Ausland), Eigenverbrauch, Versicherungsentschädigungen und echte Schadenersätze, echte Subventionen, Entnahmen von Gegenständen des Unternehmens mit dem Teilwert der entnommenen Gegenstände.

Nicht zum Umsatz gehören Verkäufe von Grundstücken und Gebäuden (außer wenn sie unmittelbar dem Betriebszweck dienen), Geschäftsveräußerung im Ganzen, Umsätze aus Entschädigungen, durchlaufende Posten (Reisekosten, KFZ-Nutzung, etc.).

Neben den pauschalierten Ausgaben können noch weitere besondere Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Einkäufe von Waren und Rohstoffen, Ausgaben für Löhne und Gehälter inklusive Lohnnebenkosten, Fremdlöhne und Pflichtbeiträge zur Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

Wieviel ist das in Euro?
Der Gesetzgeber deckelt die 6%ige Pauschale mit maximal EUR 13.200 und analog dazu die 12%ige Pauschale mit EUR 26.400 – oder eben entsprechend darunter der tatsächliche errechnete prozentuelle Wert.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Ich rate in jedem Fall dazu die Belege lückenlos zu sammeln und eine vollständige EAR zu erstellen. Damit kann im Anschluss überprüft werden, ob eine Pauschalierung von Vorteil wäre – was immer nur dann der Fall ist, wenn es nicht viele tatsächliche Ausgaben gibt.

Hat man sich einmal für die Pauschalierung entschieden, kann man danach jederzeit wieder in die vollständige EAR wechseln, muss jedoch dann dort für 5 Jahre bleiben!

Ob eine Pauschalierung für Ihr Unternehmen in Frage kommt und eventuell sogar von Vorteil ist, überprüfen wir selbstverständlich gerne im Zuge der Erstellung Ihres Jahresabschluss.

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