Kleinunternehmer

Worum geht´s?
Wie ist das jetzt mit der Umsatzsteuer als Kleinunternehmer, wann muss bzw. darf ich USt. auf meinen Rechnungen ausweisen? Diese Frage stellen sich viele Jungunternehmer bzw. Gründer am Beginn Ihrer Geschäftstätigkeit. Und mit Recht, denn es ist eine wichtige und grundlegende Entscheidung, die es gründlich zu überdenken gilt.

Wer ist betroffen?
Ganz grundsätzlich alle Neugründer und Jungunternehmer, aber auch jene Unternehmer die noch nicht (freiwillig) in die Steuerpflicht optiert haben und alle Kleinunternehmer, die über eine Umsatzgrenze von EUR 30.000 hinauswachsen.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Entsprechend §6 Abs 1 Z27 des UStG. ist ein Kleinunternehmer ein Unternehmer, der im Inland einen Wohnsitz oder Sitz hat und dessen Umsätze nach §1 Abs 1 Z1 und 2 im Veranlagungszeitraum 30.000 EUR nicht übersteigen. Bei dieser Umsatzgrenze bleiben Umsätze aus Hilfsgeschäften einschließlich der Geschäftsveräußerung unberücksichtigt. Das einmalige Überschreiten der Umsatzgrenze um nicht mehr als 15% innerhalb eines Zeitraumes von fünf Kalenderjahren ist unbeachtlich.

Das bedeutet also, wenn Ihre Umsätze unter EUR 30.000 liegen sind Sie von der Umsatzsteuer befreit. Es muss keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt, darf aber somit auch keine Vorsteuer geltend gemacht werden – das nennt sich „unechte Steuerbefreiung“

Jetzt gilt es zu überlegen, ob Ihre zukünftigen Kunden überwiegend Unternehmer oder Privatpersonen und wie hoch Ihre Anschaffungskosten für den Unternehmensstart sind. Unternehmer können die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer wiederum als Vorsteuer geltend machen, Privatkunden haben diese Möglichkeit nicht. Sind Ihre Investitionen im ersten Geschäftsjahr schon recht hoch (Kauf des Inventars, Geschäftsmiete, Anschaffung von Betriebsmittel etc.) kann es eventuell günstig sein, in die Steuerpflicht zu optieren, um auch Vorsteuer geltend zu machen.

Achtung, die Entscheidung in die Steuerpflicht zu optieren – also einen Regelbesteuerungsantrag zu stellen bindet für fünf Jahre!

Wieviel ist das in Euro?
Zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres gilt es zu überlegen, wieviel Umsatz für dieses Jahr realistisch geplant ist. Ist abzusehen, dass Ihre Geschäfte gut laufen, der Umsatz immer weiter ansteigt und die EUR 30.000 Grenze überschritten wird, (und das nicht nur einmal um 15 Prozent, somit plus EUR 4.500 oder gesamt EUR 34.500) so ist es anzuraten, gleich zu Beginn des Jahres in die Steuerpflicht zu optieren. Das bedeutet, auf Ihren Rechnungen wird die Umsatzsteuer ausgewiesen und an das Finanzamt mittels UVA gemeldet und bezahlt. Umgekehrt dürfen Sie sich selbstverständlich ab diesem Zeitpunkt auch die Vorsteuer der bezahlten Rechnungen holen!

Trifft man diese Entscheidung zu spät und überschreitet die Umsatzgrenze beispielsweise im November, müssen alle Rechnungen rückwirkend für das ganze Jahr berichtigt mit Umsatzsteuer ausgestellt werden. Diese korrigierten Rechnungen müssen danach an alle Kunden verschickt werden und Sie bekommen die Differenz hoffentlich auch bezahlt. Handelt es sich bei Ihren Kunden um Unternehmer wird das kein Problem sein, ein Privatkunde hingegen wird möglicherweise wenig Verständnis dafür aufbringen, warum er nun 10 oder 20 Prozent USt. nachzahlen soll!

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Es gibt mehrere Möglichkeiten dem Finanzamt Ihre Entscheidung zu kommunizieren.

Entweder gleich bei der Anmeldung Ihres Unternehmens (Finanzonline oder Fragebogen Verf24) im Bereich Regelbesteuerungsantrag gemäß §6 Abs 3 UStG, nachträglich mit dem Formular U12 oder ganz einfach mit der Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung.

Wir beraten Sie in jedem Fall individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten und entwicklen gemeinsam mit Ihnen Ihr ideales USt. Modell.

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