Außergewöhnliche Belastungen

Worum geht´s?
Bei der Ermittlung Ihres Einkommens und vor Berechnung der Einkommensteuer dürfen Sie bestimmte Aufwendungen & Ausgaben als außergewöhnliche Belastung berücksichtigen, allerdings nur dann wenn diese Kosten außergewöhnlich sind, Ihnen zwangsläufig erwachsen und Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.

Wer ist betroffen?
Alle österreichischen Steuerzahler, denen eben solche Aufwände erwachsen!

Voraussetzungen und Gültigkeit
Selbstverständlich gibt es auch für außergewöhnliche Belastungen entsprechende Definitionen im österreichischen Steuerrecht, und zwar wie folgt:

• Außergewöhnlichkeit – Die Art der Belastung ist höher als jene, die der Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnissen erwächst.
• Zwangsläufigkeit – Ein Aufwand erwächst zwangsläufig, wenn sich ihm ein Steuerpflichtiger aus tatsächlichen, rechtlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann.
• Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – Ein Aufwand beeinträchtigt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, wenn der individuelle Selbstbehalt überschritten wird. Die Höhe dieses Selbstbehalts ist nach den Einkommens- und Familienverhältnissen abgestuft.

Selbstbehalt:
6% bis zu einem Einkommen von EUR 7.300,–
8% über einem Einkommen von EUR 7.300,–
10% über einem Einkommen von EUR 14.600,–
12% über einem Einkommen von EUR 36.400,–

Der Selbstbehalt vermindert sich um je 1%, wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht sowie für jedes Kind, für das für mehr als sechs Monate der Kinder- oder Unterhaltsabsetzbetrag zusteht. Betragen die Einkünfte Ihres Partners weniger als EUR 6.000,– verringert sich der Selbstbehalt ebenfalls. Bei bestimmten außergewöhnlichen Belastungen – insbesondere bei Behinderungen – ist kein Selbstbehalt zu berücksichtigen!

Beispiele für Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt:
Krankheitskosten, Heilbehelfe, Zahnersatz, Sehbehelfe, Entbindungskosten, Fahrtkosten zum Arzt oder Spital. Liegt das Einkommen des Partners unter EUR 11.000 können die Krankheitskosten vom einkommenstärkeren Partner übernommen werden.
Für spezielle Diätverpflegung auf Grund einer Krankheit (z.B, Diabetes, Tuberkulose, Zöliakie, Aids,..) gibt es die Möglichkeit diese Kosten entweder mit Rechnungen nachzuweisen und zu berücksichtigen, oder aber einen monatlichen Freibetrag zu wählen.
Kurkosten abzüglich Haushaltsersparnis in Höhe von EUR 5,23 pro Tag.
Kosten für ein Alters- oder Pflegeheim oder für die Hausbetreuung, wenn mindestens Pflegestufe 1 vorliegt.
Begräbniskosten, sofern sie nicht durch den Nachlass gedeckt sind.
Kinderbetreuungskosten für Alleinerzieher, sofern sie EUR 2300 übersteigen.

Beispiele für Außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt:
Pauschalbetrag für eine auswärtige Berufsausbildung – EUR 110 pro angefangenem Monat – jedoch darf im Umkreis von 80km keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit bestehen.
Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden.
Kinderbetreuungskosten für Kinder bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres – bei Behinderung bis zur Vollendung des 16.Lebensjahres.

Wieviel ist das in Euro?
Besonders in diesem Bereich gibt es sehr viele Spezialfälle, eine allgemeine Aussage über die Höhe der Kostenerleichterung kann leider nicht getroffen werden.
So sind beispielsweise bei Behinderungen Freibeträge möglich, die jedoch an den Behinderungsgrad geknüpft sind (Behindertenausweis!)

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Bitte sammeln Sie auf jeden Fall alle Belege, die im Zusammenhang mit außergewöhnlichen Belastungen stehen! Wenn die dabei entstandenen Kosten Ihren Selbstbehalt übersteigen, kann dies zu einer deutlichen Steuerersparnis führen.
Die außergewöhnlichen Belastungen werden im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung bzw. im Zuge der Einkommensteuererklärung berücksichtigt.

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