Einkommensteuer? Wieso und wieviel?!

Worum geht´s?
Zweifellos eine der am öftesten gestellten Fragen unserer Klienten, wie ist das jetzt genau mit dieser Einkommensteuer? Warum zahle ich die überhaupt, ab wann und in welcher Höhe konkret? Welche komplexe Logik steckt da eigentlich dahinter und worauf muss ich unbedingt achten, um meinen hart verdienten Lohn nicht unwissentlich zu schmälern?

Wer ist betroffen?
Die Einkommensteuer gilt grundsätzlich für alle natürliche Personen – also den Menschen. Die Tariflogik ist dabei progressiv – das bedeutet im Wesentlichen je mehr Sie verdienen, desto höher wird am Ende der zur Anwendung gebrachte Prozentsatz der Steuer.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Die Einkommensteuer wird ganz generell für jeden Steuerpflichtigen, der eigene Einkünfte erzielt gesondert ermittelt. Darüber hinaus werden bei der Berechnung die persönlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen (Familienstand, Alleinverdiener) berücksichtigt – was vor allem durch Absetzbeträge, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen geschieht.

Aber Achtung, besonders im Bereich der Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen gibt es wie immer einige Ausnahmen! So können Ausgaben für Versicherungsbeiträge auch berücksichtigt werden, wenn sie für den Partner geleistet wurden. Krankheitskosten zählen wiederum zu den außergewöhnlichen Belastungen, wodurch beispielsweise eine exakte Planung von Zahnbehandlungskosten ganz wesentliche Vorteile bei der Ermittlung der Einkommensteuer bringen kann!

Wieviel ist das in Euro?
Anhand eines Beispiels lässt sich unserer Meinung nach das System der Einkommensteuer am verständlichsten darstellen. Herr Mustermann hat 2014 nach Berücksichtung von Absetzposten und Sonderausgaben ein Einkommen von EUR 72.000 erwirtschaftet, davon werden jetzt im

1.Schritt – die ersten EUR 11.000 nicht besteuert (bis EUR 11.000 Einkommensteuerfrei!), im
2.Schritt – werden von den nächsten EUR 14.000 36,5% als Steuer abgezogen (von EUR 11.001 bis EUR 25.000 Einkommensteuer 36,5% oder in unserem Beispiel EUR 5.110), im
3.Schritt – kosten dann die folgenden EUR 35.000 43,21% Einkommensteuer (Prozentsatz zwischen EUR 25.001 bis EUR 60.000 oder damit weitere EUR 15.125 für das Finanzamt), bevor dann im
4. Schritt – für die verbleibenden EUR 12.000 der aktuell maximale Einkommensteuersatz von 50% zur Anwendung kommt, was für unser Beispiel weitere EUR 6.000 bedeutet (ab EUR 60.001 werden immer 50% als Steuer abgezogen!)

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Im Anstellungsverhältnis wird die Einkommensteuer vom Arbeitgeber als Lohnsteuer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung können vom Steuerpflichtigen danach die Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen geltend gemacht sowie eventuelle Aufrechnungen bei mehreren Dienstverhältnissen vorgenommen werden. Achtung, hat man zwei oder mehr Dienstverhältnisse gleichzeitig kommt es auf jeden Fall zu einer Nachzahlung von Einkommensteuer und/oder Sozialversicherung!
Unternehmer müssen Ihre Einkommensteuer mittels Jahresabschluss, welcher über Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, doppelte Buchhaltung oder Pauschalierung ermittelt wurde via Finanzonline bis 30.Juni des Folgejahres melden. In diesem Bereich gibt es viele Besonderheiten und es ist auf jeden Fall anzuraten, Informationen und Unterstützung bei der steuerlichen Vertretung seiner Wahl einzuholen!

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