Werbungskostenpauschale

Worum geht´s?
Per einmal mehr in typischem Rechtsdeutsch verfasster Definition versteht der Gesetzgeber unter Werbungskosten beruflich veranlasste Aufwendungen oder Ausgaben, die objektiv in Beziehung mit einer nichtselbständigen Tätigkeit stehen und subjektiv zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen geleistet werden oder den Steuerpflichtigen unfreiwillig treffen. Aus diesem Titel steht somit jedem/er aktiven Arbeitnehmer/in eine Werbungskostenpauschale in der Höhe von EUR 132 jährlich zu. Diese Pauschale ist schon in den Lohnsteuertabellen berücksichtigt und wird unabhängig davon, ob Werbungskosten anfallen, von der Lohnsteuerbemessungsgrundlage abgezogen.

Wer ist betroffen?
Alle aktiven Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Im Veranlagungsjahr muss ein aktives Angestelltenverhältnis bestanden haben.

Wieviel ist das in Euro?
Wie bereits dargestellt, steht jedem aktiven Arbeitnehmer eine Werbungskostenpauschale in Höhe von EUR 132 jährlich zu. Fallen darüber hinaus noch weitere Werbungskosten an, beispielsweise für Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Aus- und Fortbildungskosten, Umschulungen, Computer, Fachliteratur, Fahrgeld, Reisekosten etc., können diese mit ihrem exakten Wert angesetzt werden.

Für einzelne Berufsgruppen sind stattdessen unter bestimmten Voraussetzungen höhere Werbungskostenpauschalen vorgesehen. Darunter fallen unter anderem Journalisten, Politiker, Vertreter, Forstarbeiter (mit oder ohne Motorsäge), Hausbesorger, Heimarbeiter, Artisten und einige mehr.

Bekanntestes Beispiel solcher Regelungen sind wahrscheinlich die Vertreter, sie dürfen 5% der Bemessungsgrundlage, aber höchstens EUR 2.190,– jährlich geltend machen. Um diese „Vertreterpauschale“ beanspruchen zu können, muss der Arbeitnehmer ausschließlich eine Vertretertätigkeit ausüben. Dazu gehört neben der Außendiensttätigkeit auch die für konkrete Aufträge erforderliche Tätigkeit im Innendienst. Mindestens die Hälfte der Gesamtarbeitszeit muss allerdings im Außendienst verbracht werden, und zwar zum Zwecke der Anbahnung sowie des Abschlusses von Geschäften und zur Kundenbetreuung!

Ein anderes Beispiel sind Mitglieder einer Stadt-, Gemeinde- oder Ortsvertretung, selbige dürfen 15% ihrer Bemessungsgrundlage – somit mindestens EUR 438 und maximal EUR 2628 jährlich geltend machen. Der Mindestbetrag kann dabei nicht zu negativen Einkünften führen!

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Werbungskosten sind grundsätzlich im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung geltend zu machen.

Für all jene die keine oder unter EUR 132 Werbungskosten haben ist diesbezüglich nichts zu tun, hier greift die bereits beschriebene Pauschale mit EUR 132 und wird voll berücksichtigt. Möchte man Werbungskosten über 132 EUR geltend machen sind diese im Bereich Werbungskosten einzutragen. Bitte die Belege sorgfältig aufbewahren, es ist durchaus möglich, das die Finanz den einen oder anderen Beleg sehen möchte.

Für die Berufsgruppenpauschale ist die entsprechende Gruppe auszuwählen, die Finanz berechnet dann die Höhe anhand der tatsächlichen Bemessungsgrundlage. Bitte nicht erschrecken, sobald das Häckchen für Berufgruppenpauschale gesetzt wird ist keine Vorberechnung mehr möglich. Mein Tipp, alles bis auf diese Pauschale eintragen, vorberechnen – dann erst die Pauschale wählen. So kennt man das geringste Ergebnis (hoffentlich eine Rückzahlung), durch die Berücksichtigung der Berufsgruppenpauschale kann es nur noch besser werden.

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