Das Auto aus steuerlicher Sicht

Worum geht´s?
Für viele Unternehmer und/oder deren Mitarbeiter ist das Thema Firmenauto oftmals durchaus emotional besetzt. Das Steuerrecht hingegen unterscheidet ganz rational PKW und Kombi von Klein-LKW, LKW und Kleinbussen, und das mit erheblichen Auswirkungen für den Unternehmer. Somit ist schon beim Kauf eines Betriebsfahrzeuges gut zu überlegen, welches Fahrzeug für das Unternehmen sinnvoll angeschafft werden soll.

Wer ist betroffen?
Alle Unternehmer die ganz grundsätzlich ein betriebliches Fahrzeug benötigen oder sich ein solches aus steuerlichen Überlegungen heraus anschaffen möchten.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Unter den Betriff PKW fallen im Steuerrecht beispielsweise auch Fahrzeuge wie Jeeps, Geländewagen oder SUV´s, aber auch Kleinbusse für weniger als sieben Personen und Fahrzeuge mit Sport- oder Luxus-Charakter. Beim Kauf eines solcher PKW´s besteht kein Recht auf Vorsteuerabzug. Daher wird der PKW mit dem Brutto-Kaufpreis im Anlageverzeichnis aktiviert. Steuerrechtlich werden maximal Anschaffungskosten in Höhe von EUR 40.000 anerkannt, darüber hinausreichende Beträge werden durch die sogenannte „Luxustangente“ gekürzt – das gilt auch für die wertabhängigen Betriebskosten (z.B. Vollkaskoversicherung).

Innerhalb der Grenze von EUR 40.000 sind auch Ausgaben für Sonderausstattung miteingerechnet (Klimaanlage, Alufelgen, eingebaute Navigationssysteme etc.). Beim Verkauf eines solchen Fahrzeugs fällt jedoch auch keine Umsatzsteuer an, gleiches gilt sinngemäß auch für den Eigenverbrauch, Sachbezug und Entnahme des Fahrzeugs in das Privatvermögen – kein Vorsteuerabzug möglich, aber auch keine Umsatzsteuerpflicht!

Die steuerliche Nutzungsdauer beträgt acht Jahre.

Die zweite Kategorie von Firmenfahrzeugen wie Klein-LKW, LKW und Kleinbusse sind in der Liste der vorsteuerabzugsberechtigten Fahrzeuge des BMF erfasst:

Beim Kauf solcher Fahrzeuge darf die Vorsteuer von den Anschaffungs-, Herstellungs – und Betriebskosten abgezogen werden. Die Anschaffungsobergrenze von EUR 40.000 gilt nicht, es muss steuerlich nicht gekürzt werden (keine Luxustangente!).

Wenn ein Recht zum Vorsteuerabzug bestanden hat, ist auch der Verkauf (Eigenverbrauch) umsatzsteuerpflichtig. Ein Klein-LKW, LKW oder Kleinbus wird auf die sogenannte „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer“ abgeschrieben (z.B. fünf Jahre)

Wieviel ist das in Euro?
Der große Unterschied der beiden Modelle ist hier auf jeden Fall im Bereich der Umsatzsteuer zu sehen.

Bei der Anschaffung eines vorsteuerabzugsberechtigten Fahrzeuges mit einem Kaufpreis von EUR 36.000 sind es immerhin 6.000 Vorsteuer die man schon beim Kauf geltend machen kann. In weiterer Folge gelten diese 20% Vorsteuerabzug dann natürlich auch für alle Reparaturen, Betriebs- und Instandhaltungskosten.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Die grundsätzliche Entscheidung ist schon bei der Anschaffung zu treffen – wenn Sie daher den Vorteil des Vorsteuerabzugs in Anspruch nehmen wollen prüfen sie bitte nach, ob Sie Ihr Wunschfahrzeug auf der Liste des BMF finden.

Und selbstverständlich müssen natürlich auch Sie als Unternehmer ebenfalls umsatzsteuerpflichtig sein – also nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegen!

Weiterführende Informationen und kompetente Unterstützung finden Sie wie immer bei der steuerlichen Vertretung Ihres Vertrauens.

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