Mitarbeit von Kindern im Betrieb

Worum geht´s?
Wie ist das eigentlich mit dieser „familienhaften Mitarbeit“ in Betrieben? Wer darf hier was und unter welchen Voraussetzungen? Dürfen Kinder im Betrieb der Eltern mitarbeiten und müssen Sie angemeldet werden? Ab wann und unter welchen Voraussetzungen muss angemeldet werden? Was ist mit Ehepartnern oder Lebensgefährten? Und was wenn Eltern/Großeltern ihren Kindern/Enkel helfen? Viele spannende Fragen, die nicht immer ganz einfach zu beantworten sind!

Wer ist betroffen?
Der Gesetzgeber regelt die familienhafte Mitarbeit zwischen Einzelunternehmern, Gesellschaftern einer OG und/oder Komplementären einer KG und deren jeweiligen Verwandten. In Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH oder AG) ist eine familienhafte Tätigkeit grundsätzlich ausgeschlossen. Es ist hier im Einzelfall zu beurteilen, ob bei der Tätigkeit naher Angehöriger die Voraussetzungen für ein Dienstverhältnis vorliegen.

Aber Achtung! Ist das mitarbeitende Familienmitglied selbst Gesellschafter einer den Betrieb führenden Personengesellschaft (OG, KG oder GesBR), so wird in der Regel eine Versicherungspflicht nach dem GSVG (gegebenenfalls auch BSVG) vorliegen.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Ob familienhafte Mitarbeit vorliegt oder doch ein echtes Dienstverhältnis führt regelmäßig zu mitunter heftigen Diskussionen. Bei der Beurteilung kommt es beispielsweise neben den Vereinbarungen, die zwischen dem Dienstnehmer und dem Dienstgeber getroffen wurden, auch und vor allem auf die tatsächlich gelebten Verhältnisse an – sprich sieht die Realität so aus, wie auf dem Papier vereinbart?

Bei Kindern wird davon ausgegangen, dass sie auf Grund von familiären Verpflichtungen im Betrieb der Eltern mithelfen – außer es wurde etwas anderes vereinbart. Diese familienrechtliche Mitarbeitspflicht gilt für Schwiegerkinder schon nicht mehr! Ähnliche Voraussetzungen dürfen umgekehrt sinngemäß auch für Eltern/Großeltern angenommen werden.

Allgemein vielleicht zur Orientierung, je entfernter das Verwandtschaftsverhältnis, desto eher ist ein Dienstverhältnis wahrscheinlich!

Wieviel ist das in Euro?
Steuerrechtlich wird dann ein Dienstverhältnis angenommen, wenn ein sogenanntes „fremdübliches Entgelt“ gezahlt wird und das Kind bereits dazu in der Lage ist, sich selbst zu erhalten.
Laut Sozialversicherung müssen Kinder voll versichert werden, wenn sie im Betrieb der Eltern, Großeltern, Wahl- oder Stiefeltern ohne Entgelt regelmäßig beschäftigt sind und

  • Das 17. Lebensjahr bereits vollendet haben,
  • keiner anderen Erwerbstätigkeit hauptberuflich nachgehen und
  • keine Beschäftigung in einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb vorliegt

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Da dieses Thema sehr individuell und immer der Einzelfall zu beurteilen ist, rate ich hier auf jeden Fall zu einer Beratung bei der steuerlichen Vertretung Ihrer Wahl!

Mein Tipp für Sie:

Anstelle der Unentgeltlichkeit könnte in diesen Fällen ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vereinbart werden. Die monatliche Geringfügigkeitsgrenze gelangt aber nur dann zur Anwendung, wenn die Beschäftigung für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart wird. Es ist darauf zu achten, dass der geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer nur so viele Stunden im Monat arbeiten darf, als unter Zugrundelegung eines kollektivvertraglichen Mindestlohnes (oder vereinbarten höheren Lohnes) bzw. ortsüblichen Lohnes (bei Nichtgeltung eines KVs) die Geringfügigkeitsgrenze (2015: € 405,98 monatlich) nicht überschritten wird!

Ein „Taschengeld“, welches dem Kind aufgrund der Unterhaltsleistung der Eltern zur freien Verfügung überlassen wird, stellt aber kein Entgelt im Sinne des § 4 Abs 1 Z 3 ASVG dar.

Schreibe einen Kommentar