Besteuerung von Kapitalgesellschaften

Worum geht´s?
Im Zuge der aktuellen Steuerreform werden wie bereits dargestellt die Eingangssteuersätze in der Einkommensteuer gesenkt (siehe Blog 2015/12), parallel dazu aber beispielsweise die Kapitalertragsteuer von 25% auf 27,5% angehoben (ausgenommen sind Sparbuchzinsen).
Somit werden unter anderem Ausschüttungen aus einer Kapitalgesellschaft an Ihre Gesellschafter ab Inkrafttreten deutlich teurer.

Wer ist betroffen?
Kapitalgesellschaften und die daran beteiligten natürlichen Personen.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Die Kapitalgesellschaft ist selbst Steuersubjekt und unterliegt mit ihrem Gewinn der Körperschaftsteuer von 25%. Sämtliche Gewinnausschüttungen (Dividenden) der Kapitalgesellschaft an eine an ihr beteiligte natürliche Person werden wiederum mit der Kapitalertragsteuer endbesteuert.

Wenn somit z.B. eine GmbH die Gewinne im Unternehmen behält und nicht ausschüttet, bleibt eine Besteuerung von 25 % Körperschaftsteuer. Wird der Gewinn bzw. Teile davon an die Gesellschafter ausgeschüttet, so fallen vom um die Körperschaftsteuer reduzierten Gewinn künftig 27,5% Kapitalertragsteuer anstatt der bisherigen 25% an. Die Gesamtsteuerbelastung steigt somit von 43,75% auf 45,625%.

Wieviel ist das in Euro?
Angenommen ein Gewinn von EUR 10.000 soll an einen Gesellschafter ausgeschüttet werden, so fallen zuerst 25% Körperschaftsteuer in Höhe von EUR 2.500 und dann noch 27,5% Kapitalertragsteuer in Höhe von EUR 2062,50 an. Die daraus resultierende Steuerlast beträgt EUR 4562,50 oder sage und schreibe insgesamt 45,625%!

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Selbstverständlich haben die verschiedenen Steuermodelle auch Einfluss auf die Wahl der Rechtsform für Ihr (geplantes) Unternehmen! Eine maßgebliche erste Entscheidung ist wie ausgeführt bereits bei der Gründung zu treffen, also entweder Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften mit der dahinter liegenden Einkommensteuer, oder Kapitalgesellschaften mit Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer bei Gewinnausschüttung!

Zweifellos sind bei einer Unternehmensgründung viele weitere Aspekte und individuelle Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, wie beispielsweise das Thema Haftung oder Beteiligung von Personen etc.
Für bestehende Kapitalgesellschaften gilt es im Zuge der Steuerreform zu überlegen, ob eine ohnehin geplante Ausschüttung noch vor dem Inkrafttreten (01.01.2016) durchgeführt werden sollte, die mögliche Einsparung liegt dann doch bei immerhin 1,875%.

Dem überaus spannenden und sehr komplexen Thema der Besteuerung von Geschäftsführerbezügen bei Kapitalgesellschaften widmen wir uns ausführlich in unserem Blog der nächsten Woche.

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