Gesellschafter-Geschäftsführer

Worum geht´s?
Hält ein Geschäftsführer auch Anteile am Unternehmen ist er Gesellschafter-Geschäftsführer und unterliegt dadurch mitunter besonderen Steuer- und Sozialversicherungs- Richtlinien. Ein Geschäftsführer der keine Anteile am Unternehmen hat, wird als Angestellter geführt und auch steuerlich so behandelt.

Wer ist betroffen?
Um diese Frage zu beantworten müssen wir beim Gesellschafter-Geschäftsführer sehr genau hinsehen und noch einige Unterscheidungen berücksichtigen.

Fall 1: Wie hoch ist die Beteiligungshöhe? Größer 50%
Fall 2: Ist die Beteiligungshöhe kleiner 50% , nächste Frage, liegt eine Sperrminorität vor?
Fall 3: Bei Sperrminorität – ist die Beteiligung größer oder kleiner 25%?
Fall 4: Liegt keine Sperrminorität vor ist die Frage nach dem echten oder freien Dienstverhältnis zu beantworten.
Fall 5: Liegt ein freies Dienstverhältnis vor muss dann noch geklärt werden ob die überwiegende Tätigkeit der unternehmensrechtlichen Geschäftsführertätigkeit oder der produktiven Tätigkeit im Unternehmenszweig der GmbH gilt.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Fall 1: die Beteiligung ist größer als 50%, der Geschäftsführer bezieht ein Einkommen aus selbständiger Arbeit, darf 6% Betriebsausgabenpauschale in Abzug bringen, unterliegt der GSVG Versicherung, eine Vorsteuerpauschale in Höhe von 1,8% darf geltend gemacht werden. Die Geschäftsführerbezüge sind jedoch trotzdem über die Lohnverrechnung zu führen und unterliegen der Kommunalsteuer (KommSt), Dienstgeberbeitrag (DB) und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ).
Fall 2: Liegt eine Sperrminorität vor mit einer Beteiligung von über 25% sind die Auswirkung analog zu Fall 1, liegt die Beteiligung unter 25%, wird ein Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit bezogen, unterliegt der ASVG, eine Vorsteuerpauschale von 1,8% darf geltend gemacht werden. Das Einkommen unterliegt KommSt, DB und DZ.
Fall 3: Beteiligung kleiner 50%, keine Sperrminorität, es liegt ein echtes Dienstverhältnis vor. Einkommen aus nicht selbstständiger Arbeit, unterliegt dem ASVG, kein Unternehmer, KommStDB – und DZ pflichtig. (normales Dienstverhältnis)
Fall 4: Beteiligung kleiner 50%, keine Sperrminorität, es liegt ein freies Dienstverhältnis vor und es überwiegt die unternehmensrechtliche Geschäftsführertätigkeit. Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, 6% Betriebsausgabenpauschale, unterliegt der GSVG Versicherung, 1,8% Vorsteuerpauschale können geltend gemacht werden, keine weiteren Lohnabgaben
Fall 5: Beteiligung kleiner 50%, keine Sperrminorität, es liegt ein freies Dienstverhältnis vor und es überwiegt die produktive Geschäftsführertätigkeit. Einkommen aus selbständiger Arbeit oder aus Gewerbebetrieb, 12% Betriebsausgabenpauschale, unterliegt der GSVG Versicherung, dem Unternehmer steht eine Vorsteuerpauschale in Höhe von 1,8% zu, keine weiteren Lohnabgaben.

Wieviel ist das in Euro?
Entsprechend der vielen Abhängigkeiten und Auswirkungen die zu berücksichtigen sind, ist das Ergebnis extrem unterschiedlich. Es gilt auch immer zu beachten in welcher Höhe der Geschäftsführerbezug angesetzt werden soll und wie sich das im Zusammenspiel mit einer eventuellen Gewinnausschüttung verhält. Zweifellos handelt es sich bei diesem Thema um einen ausgesprochen komplexen und sensiblen Bereich, den Sie in jeden Fall in einem ausführlichen Gespräch mit ihrer steuerlichen Vertretung klären und entscheiden sollten.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Fall 1: Geschäftsführerbezug über Lohnverrechnung erfassen, unterjährig UVA melden und zahlen, am Jahresende eine Einkommensteuererklärung abgeben. SVA-Beiträge werden quartalsweise vorgeschrieben.
Fall 2: Geschäftsführerbezug über die Lohnverrechnung erfassen, Vorsteuerpauschale über Veranlagung geltend machen, Arbeitnehmerveranlagung
Fall 3: normales Dienstverhältnis, Lohnverrechnung, Arbeitnehmerveranlagung
Fall 4: unterjährig UVA melden und zahlen, am Jahresende eine Einkommensteuererklärung abgeben. SVA-Beiträge werden quartalsweise vorgeschrieben.
Fall 5: unterjährig UVA melden und zahlen, am Jahresende eine Einkommensteuererklärung abgeben. SVA-Beiträge werden quartalsweise vorgeschrieben.

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