Arbeiten in den Ferien

Worum geht´s?
In der jetzt wieder unmittelbar bevorstehenden Ferienzeit suchen viele Schüler und Studenten eine Möglichkeit Geld zu verdienen.

Hierbei gilt es sowohl für den Dienstnehmer als auch für den Dienstgeber einige wichtige Grundregeln zu beachten. Ich erlebe in meiner Praxis regelmäßig immer wieder, dass hier nach wie vor hoher Aufklärungsbedarf besteht und eine Menge Unwissenheit und Halbwahrheiten im Umlauf sind.

Wer ist betroffen?
Schüler, Studenten und Praktikanten auf der Seite der Dienstnehmer einerseits und alle Unternehmer, die für eine befristete Zeit einen Praktikanten aufnehmen möchten als Dienstgeber andererseits.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Per Definition sind Ferialarbeiter bzw. -angestellte Schüler und Studenten, die im Sommer arbeiten, um Geld dazuzuverdienen. Sie werden in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt beschäftigt und müssen daher beim Krankenversicherungsträger angemeldet werden.

Diese Anmeldung muss vor Arbeitsbeginn erfolgen. Übersteigt das Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze von Euro 405,98 pro Monat (Wert 2015), muss der Ferialarbeiter voll pflichtversichert (Kranken-, Unfall-, Pensions-und Arbeitslosenversicherung) werden. ACHTUNG: Entsprechende Vorschriften des relevanten Kollektivvertrages beachten (z.B. Mindestlohn).

Als Dienstnehmer gilt jeder, der zur persönlichen Arbeitsleistung verpflichtet ist, Weisungen bezüglich Arbeitszeit, Arbeitsort und sein arbeitsbezogenes Verhalten erhält, einer diesbezüglichen Kontrolle unterliegt und organisatorisch in den Betrieb eingegliedert ist.

Auch für Ferialarbeiter und -angestellte gelten die jeweiligen lohngestaltenden (kollektivvertraglichen) Regelungen. Die SV-Beiträge sind vom gebührenden Entgelt und von den Sonderzahlungen zu berechnen. Sobald der Ferialarbeiter länger als einen Monat beschäftigt wird, sind auch die Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge zu entrichten. Bei der Anmeldung muss angegeben werden, dass es sich um Ferialarbeiter und -angestellte handelt.

Schüler, die im Rahmen ihrer Ausbildung Pflichtpraktika absolvieren müssen und dafür kein Entgelt erhalten, werden als echte Praktikanten bezeichnet. In manchen Fachrichtungen müssen Hochschulabsolventen noch ein vorgeschriebenes Praktikum absolvieren, wie z.B. bei Rechts- oder Unterrichtspraktikanten oder Psychologen in Ausbildung zum klinischen Psychologen.
Für sie gelten spezielle Regelungen. Auch hier sind jedoch immer die Bestimmungen im Kollektivvertrag zu beachten.

Wieviel ist das in Euro?
Es ist immer der für jeweilige Berufsgruppe anzuwendende Kollektivvertrag maßgebend für die Einstufung des Entgelts. Nur eines ist sicher, zahlen sie Ihren Praktikanten zu wenig, sprich unter dem Kollektivvertrag wird das im Falle einer Lohnabgabenprüfung teuer!

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Bitte informieren Sie sich bevor Sie eine Zusage für ein Praktikum erteilen bei ihrer steuerlichen Vertretung. Den Praktikanten kann ich raten im Zweifelsfall bei der Arbeiterkammer nachzufragen, wie hoch das Mindestentgelt für die vereinbarte Tätigkeit sein sollte – so sind beide Parteien auf der sicheren Seite.

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