Anhebung Umsatzsteuersatz

Worum geht´s?
Eine der vielen Änderungen der aktuellen Steuerreform betrifft die geplante Anhebung des Umsatzsteuersatzes für verschiedene Lieferungen und Leistungen ab 2016 von 10% auf 13%. Dabei sind insbesondere für Land- und Forstwirte gleich mehrere Bereiche von Bedeutung.

Wer/Was ist betroffen? 
Die Lieferung von beispielsweise

  • Tieren und Pflanzen, Blumen, Dünge- und Futtermitteln, Brennholz, Kunstgegenständen, Sammlungsstücken, Antiquitäten
  • Umsätze aus Beherbergung
  • Nutzungsüberlassung von Grundstücken für Campingzwecke und regelmäßig damit verbundene Nebenleistungen
  • Umsätze aus künstlerischer Tätigkeit
  • Umsätze, die mit dem Betrieb von Schwimmbädern, Theatern, Musik- und Gesangsaufführungen, Museen, Film- und Zirkusaufführungen verbunden sind sowie
  • Lieferung von Wein durch den Erzeuger

Voraussetzungen und Gültigkeit
Durch die Änderung des USt-Satzes erhöht sich für USt-pauschalierte Land- und Forstwirte der Einkaufspreis, weil sie sich die Vorsteuer nicht vom Finanzamt zurückholen können und daher den Brutto-Preis bezahlen und wirtschaftlich tragen müssen. Sollte alternativ ein Einkauf solcher Güter im EU-Raum überlegt werden ist zu beachten, dass ab einem Jahreseinkaufswert von EUR 11.000 eine UID-Nummer erforderlich ist, da der Landwirt dann einen innergemeinschaftlichen Erwerb tätigt!

Land- und Forstwirte die der umsatzsteuerlichen Regelbesteuerung unterliegen sollten überdenken, ob sie ihre Brutto-Verkaufspreise neu festsetzen müssen. Durch die Änderung des USt-Satzes von 10% auf 13% müssen sie nämlich zukünftig mehr Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Um nicht auf den höheren Kosten sitzen zu bleiben, müsste der Brutto-Verkaufspreis angepasst werden. Dies wiederum wird allerdings den Konsumenten als Endverbraucher im wahrsten Sinne des Wortes „nicht schmecken“!

Wieviel ist das in Euro?
Die Erhöhung des USt-Satzes gilt für alle Umsätze, die nach dem 31.12.2015 erwirtschaftet werden. Für Beherbergungsumsätze wird der Steuersatz aber erst mit Wirkung ab 1.5.2016 erhöht. darüber hinaus fällt der derzeitige Umsatzsteuertarif (10%) immer dann an, wenn eine Beherbergungsleistung vom Gast vor dem 01.09.2015 gebucht und das Entgelt dafür vollständig vor dem 01.09.2015 vorausbezahlt wird. Eine gleichlautende Ausnahme besteht für Umsätze, die mit dem Betrieb von Theatern, Musik- und Gesangsaufführungen sowie Museen zusammenhängen.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Die betroffenen Verkäufer müssen ab 01.01.2016 den neuen Steuersatz auf Ihren Rechnungen anführen und an das Finanzamt abführen. Die Konsumenten können gespannt sein, ob die Umsatzsteuererhöhung auf den Endkunden übertragen wird und der zu zahlende Verkaufspreis nun entsprechend angehoben wird.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder schmälert der Lieferant seinen eigenen Gewinn, um dem Endkunden keinen höheren Preis zuzumuten und zahlt die 3%ige Steuererhöhung aus eigener Tasche, oder der Endkunde trägt diese Verteuerung.

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