Betriebliche Feiern

Worum geht´s?
Grillen im Sommer steht ja quasi als Synonym für die Möglichkeit, in ganz entspannter Atmosphäre Zeit mit Freunden zu verbringen und dabei auch gute Gespräche zu führen. Vielleicht denken Sie in diesem Kontext wie viele meiner Kunden auch darüber nach, wie denn das so wäre mit einem kleinen Sommerfest für Ihre bestehenden und/oder potentiellen Kunden? Können diesbezügliche Kosten eigentlich steuerlich geltend gemacht werden und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen konkret? Nun, für betriebliche Feste gilt, dass Ausgaben für die Bewirtung von Geschäftsfreunden grundsätzlich steuerlich nicht abzugsfähig sind. Werden aber bestimmte Regeln beachtet, können derartige Aufwände teilweise oder sogar zur Gänze berücksichtigt werden.

Wer ist betroffen?
Alle Unternehmer, die gerne einmal eine Veranstaltung für ihre Kunden ausrichten möchten.

Voraussetzungen und Gültigkeit
In welchem Ausmaß Kosten für die Bewirtung von Geschäftsfreunden abzugsfähig sind, hängt von der jeweiligen Repräsentationskomponente ab. Fallen somit also Bewirtungsaufwendungen an, bei denen diese Repräsentationskomponente (und dabei insbesondere die Förderung des gesellschaftlichen Ansehens) eine untergeordnete Rolle spielt, sind solche Kosten nach Ansicht der Finanzverwaltung zur Hälfte abzugsfähig.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Steuerpflichtige mit den Bewirtungsaufwendungen hauptsächlich Werbezwecke für sein Unternehmen verfolgt. Unter solchen Kosten sind etwa Bewirtungsaufwendungen in Zusammenhang mit einem betrieblich veranlassten „Event“ zu verstehen, wenn der Anlass der Veranstaltung ausschließlich dem Betriebsgeschehen und nicht der Privatsphäre des Unternehmers zuzuordnen ist und daran weitaus überwiegend Geschäftsfreunde und potentielle Kunden teilnehmen.
Dabei bestehen keine Bedenken, wenn keine Aufteilung in abzugsfähige Aufwendungen für Geschäftsfreunde und potentielle Kunden sowie Aufwendungen für andere Personen erfolgt.

Wird der Event hingegen im Rahmen eines professionellen Marketingkonzeptes eingesetzt, so sind die Bewirtungsaufwendungen nach Ansicht der Finanzverwaltung sogar zur Gänze abzugsfähig. Ein derartiges „Event-Marketing“-Konzept liegt vor, wenn eine Marketingstrategie besteht, die Veranstaltung von Events vorsieht, um das Kundeninteresse auf das Unternehmen zu lenken. Entscheidend für die zumindest teilweise steuerliche Absetzbarkeit ist daher, dass die Bewirtungskosten nahezu keine Repräsentationskomponente aufweisen!

Wieviel ist das in Euro?
So eine Veranstaltung kann natürlich je nach Umfang, Location und Angebot schon einiges kosten. Es ist daher zu überlegen, ob eine zusätzliche Investition in ein gutes Marketingkonzept lohnenswert ist. Fünfzig Prozent sind ein hoher Wert und es macht einen großen Unterschied, ob Sie alle Kosten steuerlich verwerten dürfen oder nur die Hälfte davon. Eventuelle Marketingkosten sind dabei auf jeden Fall ein steuerlich absetzbarer Aufwand!

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Um eine Veranstaltung für das Unternehmen aus einkommensteuerlicher Sicht zu optimieren sollte darauf geachtet werden, dass diese im Rahmen eines ausschließlich betrieblich veranlassten Events abläuft und nicht der privaten Lebensführung des Unternehmers zuzuordnen ist.

Sonderfälle und Spezialevents besprechen Sie bitte vor der Ausrichtung mit der steuerlichen Vertretung Ihres Vertrauens.

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