Mitarbeiterrabatte

Worum geht´s?
Ein brandaktuelles und sehr oft unterschätztes Thema ist die Gewährung von Mitarbeiterrabatten durch den Arbeitgeber bzw. deren steuerliche Behandlung, wie mir gerade wieder ein aktueller Fall aus meiner eigenen Kanzlei beweist.
Solche Mitarbeiterrabatte, die über ein „handelsübliches“ Maß hinausgehen werden als Sachbezug bewertet und sind als solcher natürlich auch in Ihrer steuerlichen Veranlagung entsprechend zu berücksichtigen! Unter bestimmten Voraussetzungen und in Abhängigkeit der Höhe der gewährten Rabatte können selbige aber auch steuerfrei sein.

Wer ist betroffen?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Ganz grundsätzlich gilt, Rabatte bis zu 20% je Mitarbeiter sind steuerfrei. Höhere Rabatte müssen aufgezeichnet werden. Eine Steuerpflicht besteht nur, wenn die Summe der aufgezeichneten Rabatte im Kalenderjahr größer als EUR 1.000,00 (Freibetrag) ist. In diesem Fall ist der übersteigende Anteil zu versteuern.

Dazu ein Beispiel: Ein Computerfachhändler verkauft ein bestimmtes Modell an seine Kunden zum Preis von EUR 1.000 (handelsüblicher Preis abzüglich üblicher Rabatte). In Variante 1 bekommt der Mitarbeiter diesen Computer um EUR 800.– und es ist kein Sachbezug anzusetzen, weil der gewährte Rabatt 20% nicht übersteigt.
In Variante 2 überlässt der Unternehmer seinem Mitarbeiter denselben Computer für EUR 700.– und überschreitet damit deutlich die 20% Rabattgrenze. Die dadurch entstehende Differenz von EUR 300.– wird allerdings nur dann zu einem steuerlichen Sachbezug, wenn der jährliche Freibetrag von EUR 1000.– überschritten wird/wurde!

Die Steuerreform ab 2016 beinhaltet zu diesem Thema dann noch weitere Veränderungen, so dürfen beispielsweise Beförderungsunternehmen unentgeltliche oder verbilligte Tickets nicht mehr steuerfrei an Ihre Mitarbeiter vergeben, gleiches gilt dann auch für die Abgabe von Freitabak, Zigaretten oder Zigarren und auch für den sogenannten „Haustrunk“, der bisher für das Brauerreigewerbe steuerfrei ist.

Aber auch in der Gegenrichtung kommt es zu Anpassungen, so werden zukünftig unter anderem Zuwendungen des Arbeitgebers für das Begräbnis eines Arbeitnehmers, dessen (Ehe-) Partner oder Kinder und die Rückerstattung von SV-Beiträgen steuerfrei!

Wieviel ist das in Euro?
Solange der Wert von gewährten Rabatten unter der Freibetragsgrenze von EUR 1000.– per Anno liegt kommt es zu keinem Sachbezug. Wird diese Grenze allerdings überschritten, muss der entsprechende Sachbezug in Ihrer steuerlichen Veranlagung natürlich berücksichtig werden.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Die Berücksichtigung solcher Sachverhalte erfolgt über die Lohnverrechnung des Arbeitgebers.

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