Absetzbetrag vs. Freibetrag

Worum geht´s?
Zwei grundsätzlich ziemlich vertraute Begriffe aus dem Steuerrecht, die allerdings durchaus unterschiedlich interpretiert werden können. Vielleicht haben ja Sie sich auch schon einmal gefragt, was denn jetzt konkret darunter zu verstehen ist!

Für Absetzbeträge gilt: Sie mindern direkt die zu zahlende Steuer, Freibeträge hingegen reduzieren die Bemessungsgrundlage für die Steuerberechnung!

Wie aus so vielen anderen Bereichen bereits bekannt bringt die bevorstehende Steuerreform natürlich auch in diesem Kontext wieder einige Änderungen mit sich, die wir uns kurz ansehen wollen.

Wer ist betroffen?
Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Unternehmer.

Voraussetzungen und Gültigkeit
Beispielsweise werden zukünftig der Arbeitnehmer- und der Grenzgängerabsetzbetrag in den sogenannten Verkehrsabsetzbetrag integriert.
Dieser neue Verkehrsabsetzbetrag beträgt dann EUR 400,00 jährlich. Bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale erhöht sich der Betrag auf EUR 690,00, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen EUR 12.200,00 im Kalenderjahr nicht übersteigt. Zwischen einem Einkommen von EUR 12.200,00 und EUR 13.000,00 vermindert sich der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag gleichmäßig einschleifend auf EUR 400,00.

Im Rahmen des Familienpakets der Steuerreform wird der Kinderfreibetrag von derzeit EUR 220,00 pro Kind und Jahr auf EUR 440,00 pro Kind jährlich verdoppelt. Nehmen beide Elternteile den Freibetrag in Anspruch, beträgt selbiger künftig EUR 300,00 jährlich pro Elternteil und Kind (derzeit: EUR 132,00).

Wichtig für alle Unternehmer: Abgeschafft werden der externe und der interne Bildungsfreibetrag sowie die externe Bildungsprämie für Wirtschaftsjahre, die ab dem 1.1.2016 beginnen. Im Gegenzug wird die Forschungsprämie von derzeit 10% auf 12% angehoben.

Wieviel ist das in Euro?
Besonders die Änderung bei den Absetzbeträgen zielt auf die Entlastung von geringen Einkünften ab, Details siehe oben.

Wie komme ich dazu/Was ist zu tun?
Bei Arbeitnehmern werden die neuen Absetzbeträge wie üblich im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt, das gilt auch für den Kinderfreibetrag.

Unternehmer sollten darüber nachdenken, ob sich eine Bildungsmaßnahme eventuell noch vor dem 01.01.2016 ausgeht, um noch den Bildungsfreibetrag bzw. die Bildungsprämie geltend machen zu können.

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